12. Mai 2011

Umweltschutz ist in aller Munde. Dennoch hat das Umweltmanagementsystem (UMS) nach ISO 14001 und EMAS III derzeit noch einen geringen Bekanntheitsgrad und Stellenwert.

Anders bei einem hessischen Unternehmen der Ver- und Entsorgung. Dieser Betrieb ist nach ISO 14001 zertifiziert und hat uns mit der Priorisierung seiner umfänglichen Umweltziele beauftragt. Managementsysteme können ihre Potentiale optimal entfalten, wenn sie in den Unternehmen vom gesamten Personal verstanden, angenommen und gelebt werden. Um das UMS für den Betrieb greifbarer und transparenter zu gestalten und mit mehr Leben zu füllen, sind wir zur Unterstützung hinzugezogen worden. Denn wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Umweltmanagementsysteme einzuführen, zu überprüfen, aber auch bei der Verbesserung der Integration zu beraten und mitzuwirken. Unsere langjährigen Erfahrungen lassen uns auf analytische und kreative Weise konstruktive und individuelle Konzepte entwickeln ohne den Blick für Neues zu verlieren.

Warum fordert die ISO 14001 die Bewertung der Umweltziele?
Bei der Einführung eines Umweltmanagementsystems sind umweltbezogene Zielsetzungen für relevante Funktionen und Ebenen zu formulieren, verwirklichen und aufrechtzuerhalten. Die knappen betrieblichen Ressourcen bedürfen einer Priorisierung, um einen bestmöglichen Beitrag zum Schutz der Umwelt zu leisten. Verweben wir die Unternehmens- und Umweltziele miteinander, lassen sich Synergie-Effekte erzeugen. Senken wir z.B. den Verbrauch elektrischer Energie, erreichen wir einen positiven Doppeleffekt hinsichtlich Umweltschutz UND Wirtschaftlichkeit mit dem Gesamtnutzen einer verbesserten Unternehmensbilanz.

Damit das Ver- und Entsorgungsunternehmen den Vorzug des Umweltmanagementsystems ausschöpfen kann, haben wir ein Bewertungssystem für die vielfältigen Umweltziele entwickelt. Dabei haben wir das Ziel verfolgt, das gesamte Unternehmen abzubilden und alle Tätigkeitsbereiche mit einzubeziehen. Wir wissen, dass vor allem die Mitarbeiter mit ihren fachlichen Kompetenzen und Erfahrungen bei der Bewertung eine entscheidende Rolle spielen. Weshalb? Weil letztlich das mitwirkende Personal das Managementsystem umsetzt und realisiert.

Für die Aufstellung der Kriterien haben wir uns auf die drei Aspekte des Nachhaltigkeitsansatzes konzentriert.

Quelle: uve GmbH für Managementberatung

Somit lassen sich die Unternehmens- und Umweltziele in einen gemeinsamen Kontext bringen

Wie sieht es praktisch aus?

Wir haben einen Leitfaden zur Priorisierung der Umweltziele entwickelt. Dafür sind sechs Kriterien konzipiert worden, die durch ein Bewertungsteam eingeschätzt werden. Das Team besteht aus Mitarbeitern der jeweiligen Fachgebiete. Beispielsweise kann der Leiter der Buchhaltung das Fachgebiet „Wirtschaft” repräsentieren. Alle Mitglieder des Bewertungsteams geben ihre Entscheidung zu jedem Ziel entlang aller Kriterien ab. Die Bewertungen der Teammitglieder werden entsprechend ihrer Spezialisierung und Fachkenntnisse (bezogen auf die Kriterien) mit einem Gewichtungsfaktor kombiniert. Mit der von uns entwickelten Bewertungsmatrix wird das Ergebnis berechnet. Abschließend zeigt das Resultat in einer Rangzuordnung die Umweltziele mit dem höchstem Handlungsbedarf und den größten Potentialen auf.

Quelle: uve GmbH für Managementberatung

Fallbeispiel: Hat der Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit die Umweltziele zu bewerten, wird ihm aufgrund des Fachwissens für das Kriterium „Außenwirkung” die höchste Gewichtung (4) zugeordnet. In der Bewertungsansicht kann er dann jedes einzelne Umweltziel entlang der sechs Kriterien einschätzen, indem er 1 – 10 Punkte vergibt. Die einzelnen Kriterien haben wir durch Fragestellungen veranschaulicht. Diese kann der Bewertende gedanklich durchgehen und entsprechend drei Abstufungen (z.B. sehr wirksam, wirksam, unwirksam) die 10 Punkte vergeben. Die Bewertungen werden im Hintergrund für jedes Ziel aufsummiert, wobei die Gewichtungsfaktoren einbezogen sind. Eine hohe Gesamtpunktzahl bedeutet höchste Priorität: Rang 1 von 4.

Warum ein Bewertungsteam?

In Entscheidungen einbezogen zu werden, wirkt sich motivierend auf die Mitarbeiter aus. Warum? Wer etwas entscheidet, kann etwas bewegen. Der Mitarbeiter kann seinen persönlichen Teil dazu beitragen, dass sein Unternehmen besser wird und er zufriedener mit sich und seiner Arbeit ist. Zugleich wird das Verantwortungsbewusstsein positiv gestärkt und bewirkt eine intensivere Auseinandersetzung des Mitarbeiters mit seiner Arbeitsstelle und seinen Aufgaben. Folglich wird er auch zum Nachdenken über Verbesserungsmöglichkeiten und zum Entwickeln neuer Ideen angeregt. Aus schriftlich formulierten Konzepten können dann lebendige, sich kontinuierlich weiterentwickelnde und entfaltende Prozesse in den Organisationen entstehen.

Wollen Sie mehr über das Thema „Nachhaltigkeit und Umwelt” erfahren? Nehmen Sie mit uns Kontakt auf:

Dr. Hamid Saberi

Dr. Hamid Saberi

Geschäftsführer

+49 30 31582-486
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