21. Oktober 2013

Für Dimitrios Korompilis könnte ein beruflicher Glücksfall eintreten. Der 27-jährige Grieche machte im vergangenen Jahr seinen Uniabschluss in Elektrotechnik in Athen mit „sehr gut“. Er spricht deutsch und englisch. Doch seit seinem Abschluss arbeitet er nicht in der studierten Branche, sondern als Beikoch und Kassierer. Einen Job findet er in seiner Heimat nicht. Nun könnte der junge Grieche helfen, den Fachkräftemangel in strukturarmeren Regionen wie Sachsen-Anhalt zu verringern. Als er auf einer Berufsfindungsmesse an einer deutschen Schule in Athen hörte, dass eine Unternehmerdelegation aus Sachsen-Anhalt, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen in seinem Land unterwegs war und auf Berufe aufmerksam machte, in denen quasi die Fachkräfte fehlen, bewarb er sich umgehend.

Als Teil einer 17-köpfigen Expertendelegation will die uve GmbH für Managementberatung angesichts der über 60-prozentigen Jugendarbeitslosigkeit einen Beitrag zur Bewältigung dieser tiefgreifenden Probleme in Griechenland leisten. Ziel der Delegationsreise war es, gemeinsame Projekte für zukunftsfähige und nachhaltige Unternehmensentwicklungen aufzubauen. Schwerpunkte sollen dabei zentrale Anliegen sein, wie die Fachkräftesicherung und zukunftsfähige Arbeitsgestaltung. Unterstützt vom Griechenland-Beauftragten der Bundesregierung, Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, konnte die Unternehmerdelegation zahlreiche informative Gespräche führen. So traf die Delegation in der griechischen Arbeitsagentur, in der Deutsch-griechischen Außenhandelskammer, im Jung-Unternehmerverband, in der Ingenieurkammer auf offene Türen und interessierte Gesprächspartner.

Die nächsten Besuchserfolge ließen nicht auf sich warten, bereits zwei weitere Bewerbungen von griechischen Fachkräften sind unmittelbar nach der Delegationsreise in Sachsen-Anhalt eingegangen. Damit diese Erfolgsgeschichte fortgesetzt wird, wollen wir gemeinsam mit unseren INQA-Partnern und griechischen Partnern diese Mobilitätsprojekte weiter unterstützen.

Die deutsche Expertendelegation setzte sich aus Partnern regionaler Netzwerke der Initiative Neue Qualität der Arbeit in Sachsen Anhalt, Berlin und Nordrhein-Westfalen zusammen. Die „Initiative Neue Qualität der Arbeit“ ist ein bundesweites Netzwerk von mehr als 3.500 Partnern aus verschiedenen Branchen, Institutionen und Organisationen. Ziel der vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) unterstützten Initiative ist es, die Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen durch praxisnahe Unterstützungsangebote zu sichern. Zentrale Themenfelder der Initiative sind Personalführung, Chancengleichheit & personelle/kulturelle Vielfalt sowie Gesundheit, Wissen und Kompetenz.

Finanziert wurde die Reise aus Eigenmitteln der TeilnehmerInnen sowie aus Mitteln des Programmes für lebenslanges Lernen der Europäischen Union.

Die Organisation und Durchführung der Reise erfolgte durch unseren INQA-Partner Bildungsverbund Haustechnik Sachsen-Anhalt e.V., einem Spezialisten für internationalen Fachkräfteaustausch und Mobilität in der Ausbildung.

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