24. März 2014

Seit Januar 2014 sind die Verantwortlichen im Betrieb in der Pflicht, psychische Gefährdungen in gleicher Weise zu beurteilen und mit Maßnahmen zu minimieren wie körperliche Gefährdungen. Dies geht aus einer Änderung des Arbeitsschutzgesetzes hervor, die klar festschreibt, dass bei der Gefährdungsbeurteilung die psychischen Belastungen berücksichtigt werden müssen. Vor diesem Hintergrund hat ein internationales Recyclingunternehmen, welches sich auf das Recycling von Elektronikschrott und auf die Aufbereitung NE-metallhaltiger Materialien spezialisiert hat, uns beauftragt, bei der Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen unter Berücksichtigung psychischer Belastungen zu unterstützen.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) empfiehlt Organisationen bei der Vorbereitung und Durchführung der „Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen“ ein schrittweises Vorgehen. Dieses Vorgehen haben wir in das uve-Konzept “GeBu+” integriert und an die Bedürfnisse des Betriebes angepasst. Ziel ist es, gemeinsam mit dem Betrieb exemplarische Gefährdungsbeurteilungen psychischer Belastungen nach § 5 Abs. 3 Arbeitsschutzgesetz zu erstellen und gleichzeitig die Führungskräfte zu schulen, wie Sie die Erstellung und Aktualisierung von Gefährdungsbeurteilungen unter Berücksichtigung psychischer Belastungen in Ihrem Bereich in Zukunft selbstständig durchführen können.
Unser Paket “GeBu+” sieht folgende Schritte vor:

Vorbereitung & Begehung ausgewählter Arbeitsbereiche:
Im Voraus legen wir gemeinsam mit dem Betrieb die Arbeitsbereiche fest, die für die Begehung relevant sind. An einem eintägigen Vor-Ort-Termin begehen wir gemeinsam mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit (FaSi) oder mit den Verantwortlichen die festgelegten Arbeitsbereiche.

Interviews mit erfahrenen Mitarbeitern aus dem Arbeitsbereich:
Nach dem Arbeitsschutzgesetz können auch für die Durchführung der „Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen“ gleichartige Arbeitsplätze zusammengefasst werden. Daher erfolgt die Befragung mindestens eines erfahrenen Mitarbeiters je festgelegten Arbeitsbereich. Hierfür setzen wir die „uve-Checkliste Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen“ ein.

Vorbereitung und Durchführung eines halbtägigen Workshops für Führungskräfte und sonstige betriebliche Arbeitsschutzexperten:
In einem halbtägigen Workshop werden die Führungskräfte und betrieblichen Arbeitsschutzexperten für das Thema psychische Belastungen sensibilisiert. Außerdem stellen wir die „uve-Checkliste Gefährdungsbeurteilungen psychischer Belastungen“ vor mit dem Ziel der „Selbstanwendung“ durch die Führungskräfte und sonstigen betrieblichen Arbeitsschutzakteure. Künftig sind sie selbst in der Lage, jederzeit bei Bedarf Gefährdungsbeurteilungen in ihren Verantwortungsbereichen durchzuführen.

Erstellung von exemplarischen Gefährdungsbeurteilungen:
Gemeinsam mit der FaSi bzw. den betrieblichen Verantwortlichen erarbeiten wir exemplarische Gefährdungsbeurteilungen anhand der „uve-Checkliste Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen“. Aus Sicht dieser betrieblichen Arbeitsschutzexperten werden psychische Belastungsfaktoren in den Arbeitsbereichen analysiert und mögliche erhöhte Belastungen ermittelt, die zu Gesundheitsgefährdungen führen können.

Auswertung Checklisten (Mitarbeitersicht/Führungskräftesicht):
Wir werten die Checklisten aus, identifizieren die psychischen Belastungsfaktoren. Die kritischen Ausprägungen in den Arbeitsbereichen dokumentieren wir in einem Maßnahmenplan als Teil der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen.

Brauchen Sie Unterstützung bei der Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen psychischer Belastungen? Sprechen Sie uns an!

Weiterführende Informationen über die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen:

» 19. uve-Informationsbrief “Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen”

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