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Ein Betrieb ohne Gefährdungsbeurteilung ist wie Fahren ohne Führerschein.
Wann man erwischt wird, ist nur eine Frage der Zeit.

Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung –
Weniger Fehlzeiten durch mehr Gesundheit und Sicherheit Ihrer Beschäftigten

Arbeitssicherheits- und Gesundheitsexperten der uve GmbH für Managementberatung haben Anfang 2014 unter Berücksichtigung des Arbeitsprogrammes Psyche der GDA Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie ein praxisgerechtes modulares Verfahren zur Planung und Durchführung der Gefährdungsbeurteilung psychischen Belastung entwickelt und bereits erfolgreich in Arbeitsbereichen der öffentlichen Verwaltung, in Dienstleistungs- und Gewerbebereichen sowie in produzierenden Unternehmen gemeinsam mit Beschäftigten, Vorgesetzten und weiteren Arbeitsschutzakteuren eingesetzt. Die Arbeitsschutzakteure dieser Organisationen wurden von uve angeleitet, künftig selbständig die Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung durchzuführen.

Mit der Novellierung des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) im Oktober 2013 ist nun jeder Arbeitgeber verpflichtet, in der Gefährdungsbeurteilung auch die psychischen Belastungen zu berücksichtigen. Ziel soll es sein, die bestehenden Arbeitsbedingungen zu überprüfen und falls erforderlich so zu gestalten, dass ungünstige psychisch belastende Bedingungen für die Beschäftigten vermieden werden. Entsprechend der Norm DIN EN ISO 10075: Ergonomische Grundlagen bezüglich psychischer Arbeitsbelastung werden unter psychischer Belastung die Einflüsse verstanden, die „von außen auf den Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken“. Mit sogenannten Fehlbelastungen und möglichen Gesundheitsrisiken ist zu rechnen, wenn folgende Faktoren ungünstig gestaltet und nicht ausreichend berücksichtigt werden:

  • Arbeitsinhalt (z.B. Handlungsspielraum, Verantwortung, Qualifikation)
  • Arbeitsorganisation (z.B. Arbeitszeit- und Pausenregelungen, Arbeitsintensität)
  • sozialen Beziehungen (zwischen Beschäftigten untereinander und zwischen Beschäftigten und Vorgesetzten) und
  • Arbeitsumgebung (z.B. ergonomische Gestaltung der Arbeitsplätze und Arbeitsmittel, Einflüsse durch Lärm, Klima, Beleuchtung).

Im Stressreport (2013) der BAuA Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin wird festgestellt, dass psychische Belastungen und Stress von vielen Beschäftigten als gravierend erlebt werden. So gaben 58 % der Befragten an, gleichzeitig verschiedenartige Aufgaben bewältigen zu müssen, 52 % arbeiten unter starkem Termin- und Leistungsdruck und 44% haben Störungen und Unterbrechungen bei der Arbeit. Diese Belastungsfaktoren sind laut GDA Arbeitsprogramm Psyche vor allem zurückzuführen auf:

  • die Beschleunigung von Produktions-, Dienstleistungs-und Kommunikationsprozessen
  • zunehmende geistige Arbeit und steigende Anforderungen an Qualifikation (Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft)
  • den Einsatz neuer Technologien und der steigenden Komplexität der Arbeitsanforderungen
  • steigende Anforderungen an Qualifikation, Mobilität und Flexibilität der Beschäftigten
  • räumliche und zeitliche „Entgrenzung“ der Arbeit
  • diskontinuierliche Beschäftigungsverhältnisse, Restrukturierungsprozesse.

In den Gesundheitsberichten der Krankenkassen werden Zusammenhänge zwischen hohen psychischen Arbeitsbelastungen sowie Erkrankungen dargestellt. Neben psychischen Erkrankungen wie z.B. psychosomatische Erkrankungen und Depressionen werden zunehmend auch chronische Rückenschmerzen, Herz- Kreislauferkrankungen und Magen-Darm-Erkrankungen durch Ärzte diagnostiziert. Psychische Störungen tragen zu langer Arbeitsunfähigkeitsdauer bei. Im Durchschnitt fallen Beschäftigte mit psychischen Erkrankungen 38 Tage aus. Psychische Erkrankungen sind zurzeit die Hauptursache für Frühverrentungen. Ein gemeinsames Ziel von Arbeitgeber und Beschäftigte muss es daher sein, die psychische und physische Gesundheit der Beschäftigten zu erhalten und zu fördern und arbeitsbedingte Erkrankungen zu verhindern. Die Aufklärung bzw. Sensibilisierung der Arbeitgeber und der Beschäftigten zum Thema psychische Belastung ist dabei von zentraler Bedeutung. Dabei soll insbesondere die Gesundheitskompetenz der Teilnehmer gestärkt werden. Dies wird auch ein zentrales Handlungsfeld des künftigen Präventionsgesetzes sein.


Schritt für Schritt zur Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung

Der Arbeitgeber ist grundsätzlich für die Planung und Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung verantwortlich. Er muss diese jedoch selbst nicht durchführen und kann die Verantwortung an eine fachkundige Person übertragen (§ 13, Abs 2 ArbSchG). Als fachliche Beratung sind nach dem Arbeitssicherheitsgetz (ASiG) und die DGUV Vorschrift 2 die Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte verantwortlich.

Das uve-Verfahren zur Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung ist ein qualitatives Verfahren und liefert dem Arbeitgeber sofort aus Mitarbeitersicht und aus Sicht der Führungskräfte Empfehlungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Nachteile wie in Mitarbeiterbefragungen, die v.a. anonyme quantitative Trenddaten liefern, werden vermieden und aufwendige kontroverse anschließende Workshops entfallen, wo die evtl. guten Ergebnisse aus den Mitarbeiterbefragungen durch die Mitarbeiter in Frage gestellt werden.

Das uve-Verfahren zur Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung ist branchenneutral und wurde bereits erfolgreich in vielen Organisationen als Ergänzung zur klassischen Gefährdungsbeurteilung eingesetzt, u.a. in öffentlichen Verwaltungen sowie Horte-und Kitas, Pflegeeinrichtungen, IT-Unternehmen, der Recycling- und Entsorgungsbranche sowie in produzierenden Unternehmen.

Das uve-Verfahren zur Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung kann an die Kundenwünsche und Organisationsprozesse angepasst werden, da es modular aufgebaut ist, mit folgenden Inhalten:

  1. Auswahl der Arbeitsbereiche und Tätigkeiten mit besonders hohen Belastungssituationen
  2. Planung der Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung gemeinsam mit den Arbeitsschutzakteuren (nach DGUV Vorschrift 2)
  3. Unterrichtung der Mitarbeiter über den Ablaufplan
  4. Begehung der Arbeitsbereiche durch uve Fachkräfte für Arbeitssicherheit mit Vorgesetzten des Arbeitsbereiches
  5. Durchführung von Einzel- oder Gruppeninterviews mit Mitarbeitern aus den Arbeitsbereichen anhand einer weiterentwickelten GDA-Checkliste mit den Merkmalsbereichen aus der „GDA-Leitlinie Beratung und Überwachung bei psychischer Belastung am Arbeitsplatz“
  6. Schulung/Sensibilisierung der Mitarbeiter der Arbeitsbereiche zum Thema psychische Belastung
  7. Datenauswertung und Erstellung einer Maßnahmenliste aus Mitarbeitersicht durch uve
  8. Schulung/Sensibilisierung der Führungskräfte und sonstige Arbeitsschutzakteure zum Thema psychische Belastung
  9. Schrittweise Durchführung der Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung durch Vorgesetzen für ihren Arbeitsbereich (Führungskräftesicht) mit GDA-Checkliste unter uve-Anleitung
  10. Erstellung einer Maßnahmenliste aus Mitarbeiter – und aus Vorgesetztensicht durch uve und Vergleich der Ergebnisse mit z.B. Branchentrends aus dem Stressreport
  11. bei Bedarf weitere uve-Unterstützung der Organisation

Der Spitzenverband der DGUV Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung stellt fest: „Die Gefährdungsbeurteilung ist die wesentliche Grundlage für ein systematisches und erfolgreiches Sicherheits- und Gesundheitsmanagement. Durch sie soll der Arbeitgeber in die Lage versetzt werden, die notwendigen Maßnahmen zum Schutz der Sicherheit und Gesundheit seiner Arbeitnehmer zu ergreifen“.

Die Fachkräfte für Arbeitssicherheit der uve leiten Sie an und begleiten Sie bei der Planung und Durchführung der Gefährdungsbeurteilung psychische Belastungen. Sie bekommen sofort Ergebnisse und Empfehlungen für Verbesserungsmaßnahmen.


Offizieller Kooperationspartner


Dr. Hamid Saberi

Dr. Hamid Saberi

Geschäftsführer

+49 30 31582-486

+49 30 31582-400

h.saberi@uve.de



Quellen

http://www.gda-portal.de/de/Arbeitsprogramme2013-2018/Psyche.html
http://www.gefaehrdungsbeurteilung.de/de/service/glossar/glossary/norm-din-en-iso-10075
http://www.baua.de/de/Publikationen/Fachbeitraege/Gd68.pdf?__blob=publicationFile (Basis: BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung von 2011/2012)
http://www.gda-portal.de/de/pdf/Arbeitsplan-AP-Psyche.pdf?__blob=publicationFile&v=2
http://www.bkk-dachverband.de/fileadmin/presse/1PM_09-12-2014_BKK_Gesundheitsreport_final_neu.pdf
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/318153/umfrage/fruehverrentung-wichtigste-krankheiten-nach-geschlecht/http://www.bmg.bund.de/themen/praevention.html
http://www.gda-portal.de/de/Betreuung/Leitlinie-PsychBelastung.html
Leitfaden für Betriebsärzte zu Aufgaben und Nutzen betriebsärztlicher Tätigkeit, 2014

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